Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden prüft eine Mitgliedschaft im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK). Auf der Bundesratstagung wurde darüber diskutiert, und bei der nächsten Konferenz 2020 soll eine Entscheidung getroffen werden. 

Auf der Bundesratstagung stellte der mennonitische Theologe Prof. Dr. Fernando Enns, der Mitglied im Zentralausschuss des Weltkirchenrates ist, die Geschichte und Ausrichtung des ÖRK vor. Der ÖRK wolle keine „Einheitskirche“ sein, sondern eine internationale Gemeinschaft der Kirchen. Baptisten aus 27 Bünden seien bereits Mitglied im ÖRK, so Enns. Nach seinem Vortrag wurde die Möglichkeit der Mitgliedschaft kontrovers diskutiert. Mehrere Delegierte befürworteten eine Mitgliedschaft, da sie die Einheit des Leibes Christi sichtbar ausdrücke. Andererseits wurden Bedenken geäußert, dass die Stellung zu Israel problematisch sei. Zudem gehöre die Russisch-orthodoxe Kirche zum Weltkirchenrat, die die Baptisten in Russland unterdrücke. Enns entgegnete, dass der Weltkirchenrat ein Forum biete, das Gespräch, auch mit der Russisch-orthodoxen Kirche, zu suchen und auf diese Weise Einfluss zu nehmen. 

„Warum seid ihr eigentlich nicht Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen?“ Diese Frage war einigen Personen, die den BEFG in ökumenischen Gremien auf verschiedenen Ebenen vertreten, im Vorfeld immer wieder gestellt worden. Daher wandten sie sich mit der Bitte, einen Beitritt zu prüfen, an das Präsidium. Der Theologische Ausschuss des Präsidiums erörterte zusammen mit dem Kollegium der Theologischen Hochschule Elstal praktische Fragen einer Mitgliedschaft. So stehe zum Beispiel das im BEFG vorherrschende Grundverständnis von Mission nicht in Widerspruch zum Missionsverständnis des ÖRK. Vielmehr könne der BEFG den typisch freikirchlichen Akzent der Evangelisation selbstbewusst einbringen und werde auf offene Ohren stoßen. Außerdem gehöre ökumenisches Engagement zum Auftrag des BEFG. „Denn das Neue Testament zeigt uns Einheit sowohl als Gabe Gottes an seine Gemeinde wie auch als Verpflichtung zum Handeln für uns Christen. Gott hat uns ‚das Band des Friedens‘ geschenkt, das uns zusammenhält“, wie es in Epheser 4,3-6 stehe. Diese Einigkeit gelte es zu bewahren. 

„Wenn es den ÖRK nicht gäbe, müsste man ihn erfinden“, so Professor Enns. „Denn die Herausforderungen in der Welt sind zu groß für eine Konfession allein. Vielmehr noch sind wir eins, weil Christus diese Einheit schon gestiftet hat.“ Professor Enns beantwortete viel Fragen; weitere noch offene Fragen sollen auf der nächsten Bundesratstagung geklärt werden. Ein Antrag, schon auf dem diesjährigen Bundesrat über die Mitgliedschaft abzustimmen, fand keine Mehrheit. Prof. Dr. Michael Kißkalt, der Rektor der Theologischen Hochschule Elstal, bot den Gemeinden an, ihre Fragen hinsichtlich des Weltkirchenrates bereits jetzt an die Hochschule zu richten oder auch Mitglieder des Kollegiums zu Vorträgen einzuladen. Denn auf der nächsten Bundesratstagung soll über die Mitgliedschaft entschieden werden. IG

 

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Der Religionsfreiheit und dem Recht auf Asyl verpflichtetDavid Vogt BEFG(c)David Vogt

BEFG-Bundesrat fordert Schutz durch Asyl für religiös Verfolgte und "religiöse Fachkompetenz" der Entscheider bei Asylanträgen aus religiösen Gründen. Im Vorfeld des Weltflüchtlingstags am 20. Juni hat der  Bundesrat des BEFG in einer Resolution daran erinnert, dass "Religionsfreiheit und das Recht auf Asyl Grundrechte sind, die zusammen gehören".   IG

Für mehr Informationen - hier klicken: Resolution des Bundesrats 2019   

 

 

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